Kräuter für Pferde: Naturheilkunde-Grundlagen richtig anwenden

Kräuter für Pferde: Naturheilkunde-Grundlagen richtig anwenden

Kamille, Salbei, Mönchspfeffer — Kräuter können bei vielen Pferde-Problemen sinnvoll unterstützen. Wir zeigen dir, welche Kräuter wobei helfen, wie du sie richtig dosierst und wo die Grenzen der Naturheilkunde liegen. Von der Grundausstattung bis zur speziellen Kräutermischung — der praktische Einstieg.

Let’s name it – Die schönsten Pferdenamen für deinen Liebling Du liest Kräuter für Pferde: Naturheilkunde-Grundlagen richtig anwenden 7 Minuten Weiter Das kleinste Pferd der Welt: Das Falabella

Die Kräuterfütterung erlebt seit Jahren einen Boom in der Pferdehaltung. Kein Wunder: Pferde haben in der Natur Zugang zu über 50 Wildkräutern, die auf modernen Weiden fehlen. Kräuter können bei Verdauung, Atemwegen, Stoffwechsel und vielem mehr unterstützen — wenn sie richtig eingesetzt werden. Aber Vorsicht: Naturheilkunde ist kein Heilsversprechen, und Kräuter können auch schaden.

Grundlagen: Was Kräuter beim Pferd bewirken

Warum überhaupt Kräuter?

•          Ergänzung zur modernen Kraftfutter-Fütterung

•          Sekundäre Pflanzenstoffe — nicht in Standardfutter

•          Sanft und ganzheitlich

•          Präventiv und begleitend

Was Kräuter NICHT sind

•          Kein Ersatz für Tierarzt

•          Keine Wunder

•          Keine sofort-Wirkung wie Medikamente

•          Nicht immer harmlos

Wie wirken Kräuter?

•          Ätherische Öle

•          Bitterstoffe

•          Gerbstoffe

•          Flavonoide

•          Alkaloide

Die wichtigsten Kräuter im Überblick

Kamille (Matricaria chamomilla)

Wirkung: - Beruhigend für Nerven und Magen - Krampflösend - Entzündungshemmend - Wohltuend

Anwendung: - Nervöse Pferde - Magen-Probleme - Verdauungsstörungen - Vor Turnier

Dosierung: 10-20 g getrocknet täglich

Salbei (Salvia officinalis)

Wirkung: - Antibakteriell - Für Atemwege - Regt Verdauung an - Bei starkem Schwitzen

Anwendung: - Atemwegsprobleme - Verdauung - Als Tee bei Halsentzündung

Dosierung: 10-15 g täglich

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Wirkung: - Hormonell wirksam - Bei Stuten mit Zyklus-Problemen - Diskutierte Wirkung bei Cushing (nicht wissenschaftlich belegt)

Anwendung: - Rossige Stuten - Cushing-Unterstützung (fraglich)

Dosierung: 5-15 g täglich

Vorsicht: Nicht bei trächtigen Stuten!

Brennnessel (Urtica dioica)

Wirkung: - Entwässernd - Blut-reinigend - Reich an Vitaminen und Mineralien - Fördert Fellwechsel

Anwendung: - Fellwechsel - Rheuma-ähnliche Beschwerden - Als Kur

Dosierung: 20-30 g täglich

Löwenzahn (Taraxacum)

Wirkung: - Anregt Verdauung - Leber-unterstützend - Bitterstoffe

Anwendung: - Frühjahrs-Kur - Verdauung - Leber-Unterstützung

Dosierung: 20-40 g täglich (Blätter)

Mariendistel (Silybum marianum)

Wirkung: - Leber-schützend - Nach Erkrankungen - Bei Cushing-Pferden

Anwendung: - Nach Antibiotika - Bei Leber-Belastung - Prophylaktisch bei Sportpferden

Dosierung: 5-15 g Samen täglich

Fenchel und Anis

Wirkung: - Krampflösend - Für Atemwege - Bei Husten

Anwendung: - Atemwegsinfekte - Bronchitis - Als Kur

Dosierung: 10-20 g

Weißdorn (Crataegus)

Wirkung: - Kreislauf-stärkend - Für Herz - Bei Senioren

Anwendung: - Ältere Pferde - Nach Belastung - Prophylaktisch

Dosierung: 15-25 g täglich

Ingwer (Zingiber officinale)

Wirkung: - Entzündungshemmend - Kreislauf-anregend - Für Gelenke

Anwendung: - Arthrose-begleitend - Nach Belastung - Vor Sport

Dosierung: 5-10 g täglich

Vorsicht: Auf Turnier oft nicht erlaubt (Doping-Liste prüfen!)

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Wirkung: - Entzündungshemmend - Schmerzlindernd - Für Gelenke

Anwendung: - Arthrose - Chronische Gelenkprobleme

Dosierung: 5-15 g täglich

Vorsicht: Nicht bei Magengeschwüren! Auf Doping-Liste!

Häufige Anwendungsbereiche

Für Verdauung

Bewährte Kräuter: - Kamille — beruhigt - Fenchel — krampflösend - Löwenzahn — anregt

Ideal bei: Kotwasser, sensibler Magen, Stress-Verdauung.

Für Atemwege

Bewährte Kräuter: - Salbei — antibakteriell - Thymian — schleimlösend - Isländisch Moos — schleimhaut-beruhigend - Süßholz — auswurffördernd

Ideal bei: Husten, staubbelasteter Stall, chronische Bronchitis.

Für Fellwechsel

Bewährte Kräuter: - Brennnessel — mineralreich - Bierhefe — B-Vitamine - Leinsamen — Omega-3 - Löwenzahn — reinigend

Für Nerven / Stress

Bewährte Kräuter: - Kamille — sanft beruhigend - Baldrian — bei Ängstlichkeit - Hopfen — bei Nervosität - Melisse — entspannend

Ideal bei: Nervöse Pferde, Turnier-Stress, Umstellungen.

Für Gelenke

Bewährte Kräuter: - Teufelskralle — entzündungshemmend - Ingwer — schmerzlindernd - Weidenrinde — natürliches Salicylat - Brennnessel — mineralreich

Ideal bei: Arthrose, Senioren, aktive Sportpferde.

Für Leber / Stoffwechsel

Bewährte Kräuter: - Mariendistel — schützend - Artischocke — anregt - Löwenzahn — entgiftend

Ideal bei: Nach Antibiotika, Cushing, Übergewicht.

Vorsicht: Was zu beachten ist

Nicht alle Kräuter für alle Pferde

Kontraindikationen: - Trächtige Stuten — viele Kräuter tabu - Bei Magengeschwüren — Teufelskralle nicht - Bei Blutgerinnungsstörungen — Weidenrinde vorsichtig - Bei Niereproblemen — entwässernde Kräuter meiden

Doping-Liste beachten

Verboten auf Turnier: - Teufelskralle - Ingwer - Baldrian (bei Sport) - Weidenrinde

Vor Turnier: Kräuter absetzen (mindestens 48 Std, oft 7 Tage).

Qualität ist wichtig

Achte auf: - Bio-Qualität wenn möglich - Fachhandel — nicht Discounter - Frisch geerntet - Sauber verarbeitet - Analyse-Zertifikat bei größeren Mengen

Dosierung nicht überschreiten

Weniger ist mehr: - Kräuter sind wirksam — Überdosierung kann schaden - Gewichts-Bezug beachten - Kur-Zeit von 4-6 Wochen einhalten - Pausen einbauen

Kur-Zeiten: Nicht dauerhaft füttern

Warum Pausen?

•          Gewöhnungs-Effekt wird reduziert

•          Wirkung bleibt erhalten

•          Nebenwirkungen vermeidbar

•          Bio-Rhythmus des Körpers

Typische Kur

•          4-6 Wochen Anwendung

•          2-4 Wochen Pause

•          Ggf. erneut starten

Ausnahmen

Manche Kräuter dauerhaft möglich: - Brennnessel (in Maßen) - Kamille (leicht dosiert) - Mariendistel (bei Cushing)

Anwendung: Wie füttern?

Getrocknet (Standard)

•          Ins Kraftfutter mischen

•          Angefeuchtet — bessere Aufnahme

•          Mit Öl angemischt für bittere Kräuter

Als Tee

•          Aufgießen mit heißem Wasser

•          Abkühlen lassen

•          Über Futter gießen

Frisch

•          Von Wiese oder selbst gepflückt

•          Vorsicht — sichere Bestimmung nötig

•          Nicht zuviel auf einmal

Als Fertig-Mischung

•          Für Anfänger ideal

•          Vom Fachhandel

•          Ausgewogene Kombination

Kräuter selbst anbauen

Was du problemlos anbauen kannst

•          Kamille

•          Fenchel

•          Ringelblume

•          Brennnessel (wild)

•          Löwenzahn (wild)

•          Salbei

Was Vorsicht braucht

•          Nicht sicher bestimmbare Kräuter

•          Nahe an Straßen gesammelt

•          Mit Pestiziden behandelt

Trocknung

•          Kühl und dunkel

•          Gut belüftet

•          Nicht auf feuchtem Untergrund

•          In Papiertüten aufbewahren

Wann Naturheilkunde nicht reicht

Kräuter sind keine Medikamente. Bei diesen Symptomen: Tierarzt!

•          Fieber

•          Starke Schmerzen

•          Blutungen

•          Kolik

•          Akute Lahmheit

•          Kein Fressen

•          Neurologische Symptome

Ergänzung mit modernen Präparaten

Manche moderne Präparate kombinieren Kräuter mit anderen Wirkstoffen:

•          NURA Kopfklar — für Nerven, mit Kräuterextrakten

•          NURA Frischluft — für Atemwege

•          Höveler Bierhefe — B-Vitamine

FAQ: Kräuter für Pferde

Kann ich Kräuter dauerhaft füttern?

Manche ja (Brennnessel), die meisten als Kur.

Sind Kräuter Doping?

Manche ja — vor Turnier absetzen.

Welche Kräuter sollte ich immer haben?

Kamille, Fenchel, Brennnessel als Basis.

Können Kräuter schaden?

Ja, bei Überdosierung oder falscher Anwendung.

Kann ich Kräuter selbst sammeln?

Nur mit sicherer Bestimmung.

Sind teure Kräuter besser?

Qualität wichtiger als Preis — Bio ideal.

Kann mein Pferd Kräuter verweigern?

Ja — mit Öl oder Melasse anmachen.

Wirken Kräuter sofort?

Nein — meist 4-6 Wochen Wirkzeit.

Sind Kräuter für Fohlen okay?

Vorsicht — nur nach Absprache.

Was bei trächtigen Stuten?

Sehr vorsichtig — viele Kräuter tabu.

Fazit: Naturheilkunde mit Bedacht

Kräuter für Pferde können eine sinnvolle Ergänzung sein — wenn du sie wissend und maßvoll einsetzt. Sie sind keine Wunder, aber echte Unterstützung. Wichtig: Bei ernsten Problemen immer Tierarzt einbeziehen, und Kräuter nur als Begleitung nutzen.

Im kavalio Onlineshop findest du NURA-Ergänzungsfutter mit Kräuterextrakten für Nerven und Atemwege, Höveler Bierhefe als natürliche Ergänzung und viele weitere naturheilkundliche Produkte.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche oder tierheilpraktische Beratung. Bei ernsten Symptomen immer Fachperson einbeziehen.

Lese-Tipps: Ergänzend findest du unsere Beiträge zum Fellwechsel, zum Kotwasser und zum Gewichtsmanagement.