August ist Sommer-Ende, Herbst-Anfang — die perfekte Zeit für eine Regenerationsphase. Viele Turnier-Reiter denken: “Pause = 4 Wochen Weide, dann wieder los.” Doch Pausen sind nicht so einfach: Falsch gemacht, führen sie zu Muskelabbau, Rittigkeitsproblemen und Verletzungen beim Wiedereinstieg. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du es richtig machst.
Warum ist Regeneration so wichtig?

Wie beim Menschen braucht auch das Pferd Erholung — nicht nur Ruhe, sondern gezielte Regeneration. Der Körper muss:
• Muskelfasern reparieren
• Sehnen und Bänder erholen
• Gelenke entlasten
• Immunsystem stärken
• Mentale Ruhe finden
• Motivation wiedergewinnen
Ohne Pausen droht: Überlastung, Verletzung, Burnout — auch bei Pferden.
Wer braucht eine Sommerpause?

Definitiv
• Turnier-Pferde nach intensiver Saison
• Vielseitigkeitspferde nach Prüfungen
• Distanzpferde nach großen Ritten
• Pferde mit Trainingsplateau
• Pferde nach Verletzung
• Sensible Pferde mit Stress-Zeichen
Bedingt
• Freizeitpferde mit intensiver Nutzung
• Pferde mit gesundheitlichen Problemen
• Jungpferde in Ausbildung
Weniger notwendig
• Weidepferde mit stabiler Bewegung
• Robuste Freizeitpferde in Grundnutzung
• Weniger genutzte Pferde
Wie lange dauert eine sinnvolle Pause?

Kurze Regeneration (1-2 Wochen)
• Nach einzelnem Turnier
• Nach intensiver Trainings-Woche
• Bei leichten Verspannungen
Mittlere Pause (2-4 Wochen)
• Nach Saison-Ende
• Bei Muskeltrainings-Umstellung
• Nach kleineren Verletzungen
Lange Pause (4-8 Wochen)
• Nach intensiver Turnier-Saison
• Nach schwereren Verletzungen
• Bei mentaler Erschöpfung
Sehr lange Pause (2-6 Monate)
• Nach OP oder schwerer Verletzung
• Bei chronischen Problemen
• Als Karriere-Umstellung
Was heißt “Pause” wirklich?

Nicht: Wochen im Stall stehen. Sondern: Angepasste, sanfte Bewegung ohne Trainings-Ziel.
Ideal: Weide-Pause
Wenn möglich, wechsle:
• Aktive Bewegung durch freies Laufen
• Sozialkontakt in stabiler Herde
• Frisches Grünfutter
• Kein Sattel, keine Trense
• Mentale Erholung
Alternativen zu Weide
• Grosser Paddock mit Bewegungsmöglichkeit
• Führen im Gelände
• Bodenarbeit ohne Anspruch
• Freispringen (gelegentlich)
Was NICHT geht
• Reine Boxenhaltung ohne Auslauf — schadet mehr
• Keine Bewegung — Muskelabbau
• Weiterhin volles Training — kein Regeneration
Die häufigsten Fehler
Fehler 1: Komplette Immobilität
“Der ruht sich aus” = falsch. Ohne Bewegung: Muskelabbau, Gelenkstress, mentale Frust.
Fehler 2: Fütterung nicht anpassen
Weniger Training = weniger Kraftfutter. Sonst: Übergewicht, Rehe-Gefahr.
Fehler 3: Zu schneller Wiedereinstieg
Nach 6 Wochen Pause direkt volles Training = Verletzungsrisiko.
Fehler 4: Herde wechseln zur Pause
Neue Herde = neuer Stress — kontraproduktiv.
Fehler 5: Ohne Plan starten
“Mach ich schon” ist kein Plan — Struktur hilft dir und dem Pferd.
Fütterung während der Pause
Weniger Kraftfutter
Reduziere um 50-70% — je nach Aktivitätsniveau.
Mehr Heu
Mindestens 1,5-2% Körpergewicht — Grundfutter deckt Bedarf.
Weniger Zucker
Keine Sport-Elektrolyte ohne Belastung, kein Melasse-reiches Futter.
Ausreichend Mineralien
• Mineralfutter weiter geben
• Salzleckstein bereitstellen
• Reformin Plus als bewährte Basis
Bei Muskelrückgang
Nicht sofort ergänzen — das gehört zur Pause. Beim Wiedereinstieg aufbauen.
Regenerations-Maßnahmen
Physiotherapie
Sinnvoll bei: - Sportpferden nach Saison - Muskelverspannungen - Nach Verletzungen
Wann? Am Anfang der Pause, um Verspannungen zu lösen.
Osteopathie
Sinnvoll bei: - Blockaden - Nach Turnier-Stress - Sattel-Anpassungs-Bedarf
Massage
• Kann selbst gemacht werden
• Fördert Durchblutung
• Entspannt Muskulatur
Wärmebehandlung
• Nach starker Belastung
• Fördert Regeneration
• Rotlicht oder warme Wickel
Solarium
• In Reithallen oft verfügbar
• Entspannt Muskulatur
• Fördert Wohlbefinden
Alternatives Training in der Pause
“Pause” heißt nicht Nichts. Zwei sinnvolle Ergänzungen:
1. Bodenarbeit
• Vertrauen aufbauen
• Muskeln stimulieren ohne Sattel-Belastung
• Beziehung stärken
• Neue Perspektiven
2. Handspaziergänge
• Aktive Bewegung
• Frische Luft
• Entspannung
• Neuen Untergrund erkunden
3. Freispringen (gelegentlich)
• Bei Sportpferden
• Locker halten
• Kein Trainings-Anspruch
4. Longieren (sparsam)
• Bei kürzeren Pausen
• Grundmuskeltätigkeit
• Nicht mehr als 2x pro Woche
Der Wiedereinstieg
Nach der Pause ist vor dem Training. Wichtig: schrittweise!
Woche 1: Bodenarbeit + Führen
• 30-45 Minuten täglich
• Locker, ohne Ansprüche
• Beobachtung — wie fühlt sich Pferd?
Woche 2: Longieren + kurze Reit-Einheiten
• 20-30 Min longieren 2-3x wöchentlich
• 15-20 Min reiten — nur Schritt und Trab
• Keine Anlehnungs-Arbeit
Woche 3: Aufbau Grundgangarten
• Reit-Einheiten auf 30 Min steigern
• Trab und Galopp in gemäßigten Tempo
• Aufwärmphase ausgiebig
Woche 4: Konditionsaufbau
• Trainings-Einheiten auf 45 Min
• Erste Lektionen
• Auf Muskulatur achten
Ab Woche 5-6: Normales Training
• Volle Trainingszeit
• Trainingsziele definieren
• Auf Muskelaufbau achten
Bei ersten Turnieren
Frühestens nach 8 Wochen Wiederaufbau.
Was du beobachten solltest
Positive Zeichen
• Wieder frisch und motiviert
• Muskulatur aufgebaut
• Rittigkeit verbessert
• Freude an der Arbeit
Warnzeichen
• Weiter unmotiviert
• Verhaltensauffälligkeiten
• Muskelschwund persistent
• Lahmheit oder Steifheit
Bei Warnzeichen: Tierarzt einbeziehen.
Bei speziellen Pferden
Senioren
• Regelmäßige leichte Pausen wichtiger als lange
• Sanfter Wiedereinstieg
• Auf Gelenke achten
Junge Pferde
• Pausen sinnvoll bei Wachstumsphasen
• Nicht zu lang — mentale Entwöhnung
• Bewegung wichtig
Nach Verletzung
• Ausschließlich mit Tierarzt-Plan
• Physiotherapie meist Pflicht
• Sehr schrittweise
Chronisch Erkrankte (Cushing, EMS)
• Kürzere Pausen — Bewegung wichtig
• Fütterung besonders anpassen
• Regelmäßig kontrollieren
Nach der Pause: Was hat sich verändert?
Ehrliche Bestandsaufnahme:
• Muskulatur — meist etwas abgebaut
• Kondition — reduziert
• Motivation — meist erhöht
• Rittigkeit — Neuausrichtung
• Vertrauen — gestärkt
Nutze die Pause auch für ehrliche Selbstreflexion: Sind die Trainingsziele richtig? Was soll anders werden?
Ergänzungsfutter beim Wiedereinstieg

• Vitamin E — Muskelaufbau
• Magnesium — Nerven- und Muskeltätigkeit
• Aminosäuren — Muskelaufbau
• NURA Vitalquelle — Stoffwechsel
• Höveler Bierhefe — Verdauung
FAQ: Sommerpause & Regeneration
Wie lange sollte eine Sommerpause dauern?
2-4 Wochen bei Sport-Pferden nach Saison. Bei Verletzung länger.
Kann ich in der Pause reiten?
Sanft ja — Ausritt oder leichte Einheiten. Kein Training.
Muss ich die Fütterung ändern?
Ja — Kraftfutter reduzieren, Heu bleibt.
Wie schnell nach der Pause auf Turnier?
Mindestens 8 Wochen Wiederaufbau.
Wächst Muskulatur in der Pause ab?
Ja — nach 2-3 Wochen deutlich. Beim Wiedereinstieg aufbauen.
Ist Weide immer besser als Stall?
Meist ja — aber nur mit vertrauter Herde.
Kann Pause zu lang sein?
Ab 3 Monaten deutlicher Muskelrückgang. Kondition schwer wiederherstellbar.
Kann mein Pferd während Pause dick werden?
Ja — deshalb Fütterung anpassen.
Sind Pausen für alle Pferde gut?
Meist ja — außer bei bestimmten Rehabilitationen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Pause?
Nach intensiver Saison — August-Oktober bei Turnier-Pferden ideal.
Fazit: Ruhe ist Investition, keine Zeitverschwendung
Eine gute Sommerpause ist keine verlorene Zeit — sondern Investition in Gesundheit, Motivation und Langlebigkeit deines Pferdes. Wer regelmäßig Regenerationsphasen einplant, hat länger Freude an seinem Sportpartner.
Im kavalio Onlineshop findest du Mineralfutter als Basis, NURA-Vitalquelle für den Stoffwechsel und Bierhefe für die Verdauungs-Unterstützung.
Lese-Tipps: Ergänzend findest du unsere Beiträge zum Gewichtsmanagement, zum Kreuzverschlag und zu Elektrolyten im Sommer.

